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Ausflugstipp: Sinneserfahrung auf der Roten Achse

Metalldosen sind in einem BRett platiert und können herausgenommen werden.

Zum 30. Geburtstag hat Waschbär in Zusammenarbeit mit dem Künstler Hansjörg Palm sein Erfahrungsfeld der Sinne – den Nistplatz – am Mundenhof in Freiburg erweitert. Die vierwöchige Zeltinstallation „Rote Achse“ hat die Besucher dazu eingeladen, sich selbst und ihre Umwelt mit einem wachen Bewusstsein wahrzunehmen. Fast 10.000 große und kleine Menschen nutzten die Chance und fühlten ihren fünf Sinnen mal so richtig auf den Kern. Ich bin als Guide mittendrin dabei gewesen und kann Ihnen nun sagen, warum sich ein Besuch des Sinnes-Zeltes für jeden lohnt. Gelegenheit dazu bietet sich Ihnen immer wieder, da die Rote Achse durch ganz Deutschland tourt.

Auf Erfahrungsreise im Zelt? Rote Achse? Was soll das eigentlich?

Rot ist tatsächlich fast alles im Zelt der Installation. Auch eine Achse steht im Mittelpunkt bereit, um darüber zu balancieren, sehend oder mit Augenbinde. Der Name wäre also geklärt. Doch die Rote Achse bietet weitaus mehr, als nur seine Balance zu testen. Ein kleiner Junge, ungefähr im Grundschulalter, stellt mir während der Installation eine wohl überlegte Frage: „Was soll das Ganze hier eigentlich?“

Die Rote Achse ist ein langer Balken im Zelt der Sinne, auf dem balanciert werden kann.

©Ralph H.

Balance ist eine starke Sinneserfahrung, auf der Rotzen Achse kann man sie auch mit verbundenen Augen machen.

Verantwortlich für diesen Ort ist der Waschbär Umweltversand, der zum Anlass seines 30. Geburtstags in Zusammenarbeit mit dem Künstler Hansjörg Palm das Erfahrungsfeld der Sinne am Freiburger Mundenhof temporär erweitert hat. Doch ist dies wohl nicht die Antwort, die er von mir hören will. Stattdessen gebe ich ihm einen Auftrag mit: „Du darfst in diesem Parcours hier im Zelt alles einmal ausprobieren. Manchmal ist es vielleicht nicht so leicht herauszufinden, was es an den Stationen zu erleben gibt. Aber du bist hier der Detektiv und darfst auf Entdeckungsreise gehen. Schau mal, welche deiner Sinne du benutzen kannst.“

Neue und wiederentdeckte Sinneserfahrungen für Groß und Klein

Lachend liegt der kleine Junge in der Badewanne voller Kirschkerne.

©Ralph H.

Wie fühlt es sich an, in Kirschkernen zu baden? Der kleine Junge weiß es nun.

Diesen Auftrag nehmen sich nicht nur Kinder während der vierwöchigen Installation des Parcours der Sinne zu Herzen. Auch Erwachsene „tauchen“ durch die Badewannen gefüllt mit Korken, Kirsch- und Zwetschgenkernen. Alle schnuppern an Dosen, in denen verschiedene Gerüche auf neugierige Nasen warten. Hände ertasten fremde Gegenstände und andächtig wird  mit riesigen Ohrmuscheln den Klängen des Wasserfalls gelauscht. Wenn selbst Großeltern mit Begeisterung den Parcours durchlaufen, scheint es, als würde das Alter keinen Unterschied mehr machen. Es sind die Seelen lauter kleiner und großer spielender Kinder, die das Zelt mit einer ganz besonderen Aura erfüllen.

Beobachten – Wahrnehmen – (Be)Greifen

Aufgereit stehen Flaschen, die mit verschiedenen Sachen wie Nudeln und Sanf gefüllt sind, vor eine Reihe Blechdosen.

©Ralph H.

Welche Sinne kann man hier entdecken? An dieser Station müssen die Besucher erst mal herausfinden, wie sie funktioniert.

Fast 10.000 Besucher nutzen die Chance, einmal das zu tun, was im Alltag leider oftmals schnell untergeht – sich selbst, seine Umwelt und sein Handeln ganz bewusst wahrzunehmen. In einer Welt, so schnelllebig wie die unsere, in der alles immer und direkt verfügbar ist, leidet unsere Fähigkeit zur Wahrnehmung und die Geduld, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen. Insbesondere jüngere Besucher lassen Stationen, deren Sinn sie nicht gleich auf Anhieb verstehen, außer Acht. Es gilt, die Neugier dieser Kinder zu wecken und ihnen spielerisch die Möglichkeit zu geben, auszuprobieren. Sie sollen die Möglichkeit nutzen, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und die Welt mit ihren eigenen Augen zu begreifen.

Doch vor allem haben Erwachsene ihre Schwierigkeiten. Sich auf Neues ein- und ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen, um fremden Situationen mit Kreativität zu begegnen, fällt manchen älteren Besuchern sichtlich schwer.

Entschleunigung durch die Konzentration auf seine Sinne

Man hätte die Rote Achse auch eine „Oase der Wahrnehmung“ taufen können. Ein Raum inmitten der Öffentlichkeit, der dazu einlädt, sich ausschließlich auf seine Sinne zu konzentrieren. Und doch wäre dieser Titel wohl nicht ganz richtig gewesen, denn eigentlich leben wir die ganze Zeit über in einer Welt voller Möglichkeiten der Sinneserfahrungen. Schreiten wir mit einem wachen Bewusstsein für uns selbst und unsere Umwelt durch das Leben, so dürfen wir uns nicht nur über Perspektivwechsel freuen, sondern auch über die steigende Intensität unserer Erfahrungen.

So lässt sich nur hoffen, dass wir alle ein Stück der Roten Achse mit nach Hause nehmen – zumindest gedanklich. Und wer sich nicht mehr genau erinnert oder die Installation verpasst hat, kann ja immer wieder zum Nistplatz oder einem anderen Erfahrungsfeld zurückkehren und erneut eintauchen in eine Welt der Wahrnehmung.

Öffnungszeiten und weitere Informationen zum Erfahrungsfeld „Nistplatz“

Der Schriftzug zeigt, dass der Nistplatz ein besonderer Ort ist.

Immer zugänglich ist das Erfahrungsfeld Nistplatz, der Parcours der Sinne ergänzt es nur temporär.

Das Erfahrungsfeld „Nistplatz“ ist ganzjährig geöffnet und ein kostenfreies Angebot. Dies gilt auch für den Tier-Natur-Erlebnispark Mundenhof, in dessen Herz der Nistplatz liegt.

Anfahrt: Der Park ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, per Fahrrad und Auto erreichbar. Wer mit dem Auto anreist, muss eine Parkgebühr von 5 Euro pro Tag entrichten.
In unmittelbarer Nähe zum Nistplatz gibt es eine Gaststätte mit Außenbereich.

Erfahrungsfeld im Tier-Natur-Erlebnispark Mundenhof
Mundenhof 37
79111 Freiburg

Weitere Informationen über den Nistplatz.

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Bildquellen

  • Die Rote Achse: ©Ralph H.
  • Kirschkernbad: ©Ralph H.
  • Station Rote Achse: ©Ralph H.
  • Sinneserfahrungen: ©Ralph H.

Max ist Wirtschaftsstudent an einer Kunsthochschule, lebt auf einem Bauernhof und hegt eine innige Liebe zu den Bergen. Als Weltenbummler fühlt er sich an vielen Orten zu Hause, doch in seiner Brust schlägt ein kölsche Hätz mit einer tiefen Verbundenheit zu den Virtuosen der deutschen Sprache.

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